Projektwoche: Mensch – Natur – Technik. Philosophische, ethisch und politisch-soziale Herausforderungen der Klimaforschung (Workshop)

Vortragende/r (Mitwirkende/r)
  • Eva Sandmann
  • Jörg-Wilhelm Wernecke
Umfang2 SWS
SemesterWintersemester 2022/23
UnterrichtsspracheDeutsch
Stellung in StudienplänenSiehe TUMonline

Teilnahmekriterien

Beschreibung

Warum so weit fahren? Rivera vor der Haustür – warum nicht? Anders gefragt: Wie lassen sich die Folgen des Klimawandels für Mensch und Natur in Oberbayern vorhersehen? Und wie gehen wir damit um? Schließlich handelt es sich um ein Paradebeispiel für die umfassende Durchdingung der globalen Bio- und Geosphäre durch die Technik des Menschen. Um den vielfältigen globalen und regionalen Herausforderungen begegnen zu können, scheint es hilfreich, das komplexe Zusammenspiel von Mensch - Natur - Wissenschaft und Technik zu verstehen. Angefangen von den methodologischen Voraussetzungen unseres Wissens bis hin zur Bewertung sozialer und politischer Folgen. Im Rahmen der Projektwoche werden wir das große Thema anhand von konkreten Beispielen aus der Klimaforschung behandeln. Die Entwicklung der unterschiedlichen Methoden, die Interpretation der gewonnen Daten und der Transfer in die Politik bzw. Öffentlichkeit spielen für die Forschung der Limnologischen Station eine wichtige Rolle. Die TUM Forschungseinrichtung mitten in der Oberbayerischen Osterseen Landschaft lädt die Teilnehmenden ein, die „wertvolle“ Natur direkt zu erfahren. In welchem Zusammenhang steht eine unmittelbare menschliche Naturerfahrung zum Thema? Um dies herauszufinden würden wir uns freuen, euch in der Woche vom 09.01. bis 13.01. dort zu treffen. Hintergrund des Seminars ist die Interaktion von menschlicher Evolution und der Entwicklung der Technik in einer interdisziplinären Perspektive. In dieser Wechselbeziehung von Mensch und Technik spiegeln sich nicht nur zentrale zivilisatorische Entwicklungen der Kulturgeschichte wider, sondern sie beinhaltet auch neue Herausforderungen im aktuell als Anthropozän gekennzeichneten Zeitalter: d.i. die vollständige Durchdringung der globalen Geo- und Biosphäre durch den Menschen und seine wirkmächtigen Technologien. Der von Paul Crutzen gemeinsam mit Eugene F. Stoermer initiierte Begriff des Anthropozän hat sich mittlerweile zu einem interdisziplinären Diskurs zwischen verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen, den vielfältigen Querschnittsaufgaben von Wissenschaft, Technik und Gesellschaft sowie als ein provokanter Reflexionsbegriff hinsichtlich des Verhältnisses von Mensch, Natur und Kultur bzw. Zivilisation, deren kulturell unterschiedliche Narrative, angesichts sowohl euphorischer Utopien als auch apokalyptischer Dystopien entwickelt. Diese Diskurse der Wechselbeziehung von Mensch und Technik werden in einer interdisziplinär-philosophischen Perspektive aufgegriffen und anhand konkreter interdisziplinärer Projekte der angewandten Wissenschaften inhaltlich bearbeitet, d.h. im Sinne von potentiellen Problemlösungsstrategien projektiert und kritisch diskutiert.

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