A wie Atombombe; Z wie Zauberflöte (Seminar)

Vortragende/r (Mitwirkende/r)
  • Felix Mayer
  • Jörg-Wilhelm Wernecke
  • Franziska Recknagel
Umfang1.5 SWS
SemesterSommersemester 2022
UnterrichtsspracheDeutsch
Stellung in StudienplänenSiehe TUMonline

Teilnahmekriterien

Lernziele

Nach der Teilnahme sind die Studierenden in der Lage … - grundlegende Positionen der ästhetischen Theorie, der Musikästhetik und deren Wechselwirkung mit philosophischen und politischen Einflüssen zu identifizieren; - zentrale Zusammenhänge zwischen ästhetischem Werk und politischen sowie philosophischen Wechselwirkungen zu verstehen; - infolge einer erworbenen analytischen Kompetenz, sich historische Beispiele zu erschließen und sie ästhetisch, politisch und philosophisch einzuordnen; - ihre Ergebnisse in einer klar strukturierten und sprachlich verständlichen Weise darzustellen; - ihre eigenen Positionen kritisch zu reflektieren und sich argumentativ angemessen zu positionieren

Beschreibung

Ist die Atombombe die „Quintessenz der Naturwissenschaft“, wie der Naturwissenschaftler und Schriftsteller Erwin Chargaff meinte? Chargaff, bedeutender Wissenschaftler und bedeutender Wissenschaftskritiker, war erschüttert und verbittert über den vielfältigen Missbrauch wissenschaftlicher Erkenntnisse im Zusammenhang mit ihren Anwendungen. Er schrieb: „Dass das [20.] Jahrhundert der Naturwissenschaften auch das Jahrhundert der Massenmorde ist, ist kein Zufall.“ Mozarts Zauberflöte ist ein Reflex auf die besonderen kulturellen und geistesgeschichtlichen Errungenschaften des 18. Jahrhunderts (Aufklärung), die, u.a. von der französischen Philosophie des Materialismus beeinflusst, die Genese unseres modernen Wissenschaftsverständnisses begleitet haben. Seit Francis Bacon und mit den französischen Enzyklopädisten der Aufklärung ist eine wesentliche Forderung an die Wissenschaft, dass sie dem humanen und gesellschaftlichen Fortschritt zu dienen hat. Mozart hat diesbezüglich Position bezogen. Wir versuchen, dieser sehr rätselhaften und oft missverstandenen Oper auf die Schliche zu kommen und deren politische Botschaften zu entschlüsseln. Chargaffs Verbitterung und Mozarts Zauberflöte? Auf die Frage „Was hat die Zauberflöte mit dem Manhattan Projekt und den Atombombenexplosionen in Hiroshima und Nagasaki zu tun?“, versuchen wir Antworten zu finden. Damit steht auch das Wissenschaftsverständnis unserer Zeit, die Aufgabe moderner Naturwissenschaften und unser Fortschrittsverständnis zur Diskussion. Als zusätzliches Angebot werden an zwei Abenden die Opern Zauberflöte und Così fan tutte als Opernvideos gezeigt. Die Teilnahme daran ist freiwillig. Aber vor der ersten Sitzung wird erwartet, dass alle die Zauberflöte einmal gesehen haben und sich an einer Diskussion über das Werk beteiligen können.

Inhaltliche Voraussetzungen

Von den TeilnehmerInnen der Lehrveranstaltung wird KEIN Vorwissen in Musikwissenschaft, Musikgeschichte oder Philosophie vorausgesetzt. Die Inhalte werden u.a. anhand von musikalischen Beispielen, Textauszügen oder multimedialen Quellen vermittelt, Medien, die den TeilnehmerInnen in der Veranstaltung zur Verfügung gestellt werden.

Lehr- und Lernmethoden

Vortrag, Präsentation, Lektüre, unterschiedliche Multimediaquellen.

Studien-, Prüfungsleistung

Präsentation (15-20 min) Diese Lehrveranstaltung ist folgenden Modulen zugeordnet: CLA90211 Kunst und Politik (2 Credits) Bitte beachten Sie, dass Sie jedes Modul nur einmal in Ihrem Studium einbringen können

Empfohlene Literatur

Literatur und Referatsthemen werden in der ersten Sitzung bekannt gegeben.

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