Friedrich Schiedel Fellowship Program for Technology in Society
Technologische Innovationen prägen unsere Gesellschaft. Doch wie stellen wir sicher, dass sie im Sinne des Gemeinwohls gestaltet werden? Das Friedrich-Schiedel-Fellowship für Technologie in der Gesellschaft richtet sich an PhDs & PostDocs der TUM (siehe Kriterien unten), die dieser Frage aktiv nachgehen – durch innovative Projekte an der Schnittstelle von Technologie, Gesellschaft und Verantwortung.
Mit dem Friedrich-Schiedel-Fellowship fördern wir praxisorientierte Forschung, die gesellschaftliche Wirkung entfaltet und neue Wege der Zusammenarbeit zwischen den Disziplinen öffnet: von den Sozial- und Geisteswissenschaften über Natur- und Ingenieurwissenschaften bis hin zu Medizin, Lebenswissenschaften, Wirtschaft und Gesundheitsforschung.
Hauptziele des Fellowship Programms
- Exzellente interdisziplinäre Forschung fördern: Mit dem Fellowship-Programm wollen wir PhDs und PostDocs fördern, die herausragende Forschung vorantreiben und dabei über Disziplinen hinweg Brücken schlagen.
- Technologie im öffentlichen Interesse schaffen: Unsere Fellows engagieren sich für die Entwicklung von Technologien, die dem Gemeinwohl und dem gesellschaftlichen Interesse dienen.
Innovative Antworten auf gesellschaftlich relevante Fragen finden: Das Fellowship-Programm bietet eine Plattform für kreative, zukunftsorientierte Forschende, die durch innovative Projekte positive gesellschaftliche Auswirkungen erzielen wollen.
In Anlehnung an Friedrich Schiedels Engagement als visionärer Unternehmer, der die soziale Verantwortung von Unternehmen nachhaltig geprägt hat, zielt das Friedrich-Schiedel-Fellowship für Technologie in der Gesellschaft darauf ab, interdisziplinäre und anwendungsorientierte Forschung an der Schnittstelle von Technologie und Gesellschaft zu fördern.
Zwei Ausschreibungslinien – eine gemeinsame Vision
In der dritten Ausschreibungsrunde fördern wir zwei Linien:
1. Themenoffene Ausschreibung
Wie bisher fördern wir Projekte aus einer Vielzahl an Themenfeldern & Disziplinen, die sich mit ethischen, sozialen, politischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Fragen rund um Entwicklung und Einsatz von (neuen) Technologien beschäftigen.
Einen Überblick der Themenvielfalt geben die in Batch #01 und Batch #02 geförderten Fellows (siehe hier).
2. Fokusthemen
In dieser Runde rufen wir zudem Projekte zur Einreichung auf, die auf (eines oder mehrere) der folgenden Themenfelder einzahlen. Damit wollen wir gezielt Synergien mit dem Exzellenzcluster TransforM schaffen (mehr Hintergrund zu den jeweiligen Themenfeldern finden sich auf der TransforM Website):
- Opportunity & Design: Wie können transformative Technologien neue wirtschaftliche und sozio‑politische Räume eröffnen? Wie diese Räume – in Organisationen, Politik und Nutzergemeinschaften – systematisch gestaltet werden? Wie lassen sich Werte wie Fairness oder Transparenz im Design verankern und wie wirken diese Gestaltungsentscheidungen auf Entrepreneurship und Nutzer:innen?
- Complexity & Resilience: Wie können Gesellschaften, Märkte und Politik antizipatorische, adaptive und resiliente Strategien gegenüber disruptiven Technologiefolgen entwickeln? Welche Pfade durch technologische Transformation existieren? Welche Mechanismen und Netzwerke stärken Resilienz und helfen komplexe Interdependenzen zu steuern?
- Justice & Equity: Wie wirken sich transformative Technologien auf Dimensionen wie Geschlecht, Herkunft, Klasse oder Behinderung aus und wie können inklusive Innovationsprozesse gestaltet werden, damit Technologien fair(er) werden und soziale Gräben nicht weiter vertiefen?
Responsibility & Legitimacy: Wie verändern sich Fragen von Verantwortlichkeit, Legitimation und gesellschaftlicher Akzeptanz in Bezug auf transformative Technologien? Wie legitimiert sich Innovation? Wie lassen sich Unternehmens- und Innovations-Governance, demokratische Kontrolle und ethische Gestaltung von Technologiewandel neu denken? - Trust & Governance: Wie können wir Institutionen transparent, rechenschaftspflichtig und partizipativ gestalten, um Vertrauen in transformative Technologie zu erhöhen. Welche institutionelle Rahmenbedingungen Vertrauen ermöglichen, wie Technologien vertrauenswürdig gestaltet werden können und welche Governance-Strukturen braucht es, um Transformationsprozesse demokratisch zu lenken?
Wen wir suchen
Wir suchen kreative Köpfe, die Technologie verantwortungsvoll und wirkungsorientiert gestalten wollen. Das Fellowship richtet sich an Forschende, die disziplinübergreifend denken, gesellschaftliche Herausforderungen anpacken und das Potenzial neuer Technologien für das Gemeinwohl erschließen – mit einem besonderen Blick auf ethische, soziale, politische und wirtschaftliche Fragen. Als Fellow verbinden sie Sozial-, Natur-, Ingenieur-, Gesundheits- und Wirtschaftswissenschaften und werden zur Brücke zwischen den TUM Schools.
Folgende formale Kriterien müssen für eine Bewerbung erfüllt sein:
- Qualifikation: Das Fellowship ist offen für Postdoctoral Researcher, die in den letzten drei Jahren ihre Promotion abgeschlossen haben, sowie für fortgeschrittene Doktorandinnen und Doktoranden, die planen, ihre Dissertation innerhalb der nächsten 12 Monate einzureichen.
- Affiliation: Bewerbende müssen an der TUM angestellt sein, oder - im Falle von Doktorandinnen und Doktoranden - an der TUM Graduate School eingeschrieben sein bzw. sich dort einschreiben.
- Projektanforderungen: Bewerbende sollten ein interdisziplinäres Projekt vorschlagen, das sozialwissenschaftliche Perspektiven mit anderen Feldern an der TUM, wie z.B. Naturwissenschaften, Ingenieurwesen, Life Sciences, Gesundheits- oder Wirtschaftswissenschaften verbindet.
- Betreuung: Bewerbende benötigen die Unterstützung von zwei TUM Professorinnen oder Professoren - eine/n von der TUM School of Social Sciences and Technology und eine/n aus einer anderen School der TUM.
Was wir bieten
- Finanzielle Förderung: bis zu 20.000 € für Projekte mit einer Laufzeit von 12 Monaten
- Arbeitsumgebung: Co-Working-Spaces am TUM Think Tank im Herzen Münchens
- Community: eine lebendige, interdisziplinäre Fellows-Community an der TUM und dem TUM Think Tank.
- Unterstützung: Zugang zu Veranstaltungen, Infrastruktur, Austauschformaten und Beratung zu Drittmittelanträgen
- Netzwerk: ein globales Netzwerk mit Partnern aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Politik
Was wir erwarten
- Aktive Mitarbeit in der Fellowship-Community und an Veranstaltungen des Programms.
- Bereitschaft zum Wissensaustausch über disziplinäre Grenzen hinweg und Vorantreiben der Zusammenarbeit über School-Grenzen.
- Gesellschaftsorientierte Forschung, die den Dialog mit Praxis, Politik oder Öffentlichkeit sucht und fördert.
Bewerbung
Bitte reichen Sie Ihre Bewerbung als eine zusammenhängende PDF-Datei bis zum 31. Januar 2026 per E-Mail an schiedel-fellowship(at)sot.tum.de ein.
Erforderliche Unterlagen:
- Bewerbungsformular inkl. Finanzplan (Vorlagen s. unten)
- Lebenslauf (max. 2 Seiten)
- Zwei Unterstützungsschreiben der betreuenden Professorinnen und Professoren
nur für PhDs: Schreiben der Promotionsbetreuung, in dem die voraussichtliche Abgabe der Dissertation innerhalb der nächsten zwölf Monate bestätigt wird
Auswahlverfahren
Die Auswahl erfolgt durch das Komitee zur Ernennung von Fellows am TUM Think Tank, das die Bewerbungen nach folgenden Kriterien bewertet:
- Wissenschaftliche Exzellenz des Projektvorhabens
- Relevanz und Originalität des vorgeschlagenen Projekts
- Bisherige akademische Leistungen der Bewerberinnen und Bewerber
- Potenzial für gesellschaftliche Wirkung über die wissenschaftliche Forschung hinaus
Fragen zum Programm oder zur Ausschreibung? Kontaktieren Sie uns …
Hintergrund zum Programm
Das Programm wird gefördert durch die Friedrich-Schiedel-Stiftung und die TUM, mit dem Ziel, neue Brücken zwischen sozialer, technischer und gesellschaftlicher Innovation zu schaffen. Das Programm wird durchgeführt von dem TUM Think Tank und der TUM School of Social Sciences and Technology.
Die Friedrich-Schiedel-Stiftung ist eine als gemeinnützig anerkannte, rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts. Ihr Zweck besteht unter anderem in der Förderung von Wissenschaft und Forschung. Über Jahrzehnte hinweg hat die Stiftung Projekte an der Technischen Universität München mit erheblichen Mitteln unterstützt.

